Stationen zur Messung von Ultrafeinstaub

Ein Beitrag von Erwin Grießer.

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) überraschte letzten Montag bei einer Wahlkampfveranstaltung mit der Ankündigung, dass im Umfeld des Münchner Flughafens Stationen zur Messung von Ultrafeinstaub eingerichtet werden. Die Installation der Messstellen soll noch in diesem Jahr erfolgen. Nachdem gerüchteweise die Standorte Augsburg und Regensburg im Gespräch waren, ist das eine sehr erfreuliche Nachricht.

Die Belastung von ultrafeinen Partikeln (UFP) am Münchener Flughafen wird seit Jahren vom Bürgerverein Freising gemessen und untersucht. Hier haben sich unterstützend mehrere betroffene Gemeinden, darunter auch Hallbergmoos, angeschlossen. Es gab hierzu seitens des BV einige Anfragen an die Landes- und Bundesregierung, einiges an medialem Echo und wachsendes Interesse in der Bevölkerung. Der dadurch aufgebaute Druck, unterstützt durch die GRÜNEN und die Freien Wähler, zeigt nun offenbar Wirkung.

Bei den von den Flugzeugtriebwerken emittierten Partikeln handelt es sich ausschließlich um Ultrafeinstaubpartikel. Diese bestehen aus Feststoffteilchen mit Abmessungen von weniger als 100 nm. Aufgrund geringer Größe und Masse verhalten sich die Partikel in der Luft ähnlich wie Gasmoleküle. Die durchgeführten Messungen zeigten, dass in Abhängigkeit von Stärke und Richtung des Windes sehr unterschiedliche Belastungen rund um den Flughafen auftreten. Wenn der Wind aus Richtung Flughafen kommt, ist die Bevölkerung zum Teil sehr hohen Konzentrationen ausgesetzt. Am Flughafen selbst ist die Belastung am höchsten, weshalb man dort unnötige Aufenthalte vermeiden sollte. Deshalb ist es absolut unverständlich, dass mitten im Flughafenareal die Kindertagesstätte „Airport-Hopsers“ noch in Betrieb ist. Auch der Umweltradweg rund um das Flughafengelände verdient den Namen in keinster Weise.

UFP können in den Körper eindringen und sich dort anreichern. Sie können über die Lunge ins Blut und bis in die Zellen gelangen, was besonders für Kranke, Kinder und ältere Menschen eine Gefahr darstellt. Eine von Ultrafeinstaub freie Luft gibt es nirgends, selbst bei Frischluft sind um die 2500 Partikeln pro Kubikzentimeter normal. Bei ungünstigem Wind sind wir jedoch des Öfteren einer Konzentration von 10.000/cm³ und mehr Partikeln ausgesetzt. Im Januar hatten wir hier bei uns im Ort sogar kurzzeitig einen Höchstwert von 200.000/cm³ gemessen. Deshalb ist es aus Sicht der Informationspflicht für die Bürger wichtig, dauerhaft Messungen direkt am Flughafen durchzuführen. Diese Langzeitmessungen und die dadurch wachsenden Erkenntnisse über die Auswirkungen auf die Bevölkerung, können langfristig Basis für die Einführung von Richt- und Grenzwerten sein. Auch wenn die dann geltenden Grenzwerte wie in anderen Bereichen auch nur ein Kompromiss zwischen medizinisch Anzustrebendem und gesellschaftlich Möglichem sein werden, ist ein Fortkommen in dieser Sache letztlich ein Gewinn für uns alle.

 

 

Über den Autor:

Erwin Grießer

Jahrgang 1963, IT-Unternehmer, Geschäftsführer

Die Welt wie sie heute existiert muss für die nachfolgenden Generationen erhalten bleiben. Wir müssen uns über die Wirkung unseres Handelns bewusst sein und Achtsamer werden, wie wir mit uns und mit unserer Umwelt umgehen. Mit Mut zur Veränderung und für neue Wege in Sachen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit und Digitalisierung möchte ich mich in und für Hallbergmoos engagieren.

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